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Der Kreislauf des Lebens

Arbeitszeitgrafik

Es war einmal – oder eben nicht -, eine mediale Überflutung, Leistungsdruck in jungen Jahren, Regeln hier, Regeln da, allgegenwärtige Überwachung vom Staat, totale Marktübersättigung, zu teure Unterhaltskosten, psychische Überforderung, überfüllter Verkehr, etc. etc. Willkommen im Jahre 2014/ 2015.

Mediale Überflutung

Was bedeutet das überhaupt, mediale Überflutung?
Nun ja, als Anfang der 90er-Jahre die ersten Computer begannen, sich in privaten Haushalten wie ein gefährlicher Virus rasant auszubreiten, fand eine einschneidende Wende im Denken und Handeln der Menschen statt.

Der Computermarkt, sprich die elektronischen Geräte fingen an zu boomen. Die Nutzung des Internets wurde immer günstiger und wichtiger. Der teure, nach Minuten zählende DSL-Zugang über ISDN-Anschluss resp. die Telefonleitung, wurde ersetzt durch die günstigere und schnellere Variante ADSL.
Dieser Möglichkeit folgte dann die drahtlose Internetverbindung durch ein WLAN wie auch der mobile Internetzugang auf Handy, Laptop und Tablet.

Keine Zeit!

Das Stichwort Handy hatte ebenfalls einen grossen Einfluss auf die Veränderung in der Geschichte. Plötzlich war jeder überall erreichbar. Nach wohlverdientem Feierabend zu Hause Ruhe und somit Energie tanken und Zeit für seine Familie nehmen zu können, wurde immer schwieriger.
Auch die persönlichen Treffen mit Freunden und Familie, wurden immer häufiger durch SMS oder Telefonate ersetzt. Die Zeit für Lebensqualität und private Angelegenheiten wurde immer knapper. Oder fühlte sich zumindest knapper an.

ICH an erster Stelle?

Diese technologischen Fortschritte waren für die Menschheit deshalb einschneidend, weil sie sie unbewusst zu einem Umdenken zwangen. Prioritäten wurden verschoben. Die persönlichen Begierden, Erfolg und Karriere wurden wichtiger als das, wofür der Mensch eigentlich gebaut wurde; nämlich zur Fortpflanzung. Eine Familie gründen wird für viele immer zweitrangiger. Obwohl dies eigentlich essentiell für das Überleben der Menschheit ist.

Denn wofür rackert man sich sonst seinen Allerwertesten ab? Wofür diesem Druck standhalten, sich laufend weiterbilden, aufsteigen im Job, viel Geld verdienen? Für sich selbst? Sind wir wirklich so egozentrisch geworden, dass das ICH immer an erster Stelle kommen muss? Unterliegt in der heutigen Zeit wirklich alles der erfolgreichen Selbstverwirklichung?

Maslow sagt dazu…

Wenn wir die Bedürfnis-Pyramide von Maslow etwas genauer betrachten sehen wir, dass die Selbstverwirklichung als letztes Bedürfnis der menschlichen Bedürfnis-Hierarchie dargestellt wird. Grundbedürfnisse, Sicherheit, Familie und Wertschätzung sind anscheinend weitaus wichtiger. Weshalb also dieser Wandel?

War es nicht einmal das Ziel, durch die individuellen Fähigkeiten und Qualifikationen dem Arbeitsmarkt einen Mehrwert zu bieten? Sich somit einen gegenseitigen Nutzen anbieten zu können? Gearbeitet wurde um sich den Lebensunterhalt für sich und seine Familie leisten zu können, überleben zu können.

…und Heute?

Klar ist dies auch heute noch der Fall, jedoch liegt bereits in jungen Jahren ein grosser Druck im Nacken. Erfolgreich muss man sein und viel Geld verdienen, denn damit lebt es sich anscheinend besser. Aber ist das wirklich so? Wäre nicht ein Mix aus allem die perfekte Lösung? Wahrscheinlich schon… Allerdings kann dies nicht von Jedermann erfüllt werden. Sogar eher von sehr wenigen. Denn Pflichten, Lebenssituationen, persönliche Möglichkeiten und das soziale Umfeld spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle.

Gedankengänge:

Die Welt ist teuer, heisst es, der Lebensunterhalt genauso wie auch ein Kind grosszuziehen. Deswegen muss ich so viel arbeiten und erfolgreich sein. Sonst kann ich mir das alles nicht leisten. Ich will zuerst einen festen Boden unter den Füssen haben, finanzielle Mittel beiseitelegen, Erfahrungen sammeln und dann, dann bin ich bereit für eine Familie.

…einige Jahre später…

Okay, die Familie ist da, verzichtest du nun auf die strenge Karriere? Ah, geht nicht, kannst ja nicht vom einten Tag auf den anderen alles aufgeben und etwas komplett anderes tun, schliesslich trägst du in deiner Position auch eine gewisse Verantwortung. Und genau da fängt es an. Es ist ein Teufelskreis. Ein ständiges verschieben von Prioritäten, wobei es schwierig ist, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Priorität zu erfassen. Im Nachhinein ist es meistens klarer.

Hätte ich doch… mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht, meine Kinder aufwachsen sehen, einen anderen Beruf gewählt, die Welt bereist… und und und.
Du siehst, wir alle leben im selben Kreislauf. Der Kreislauf des Lebens. Wir lernen erst aus gemachten Erfahrungen, ob schlechte oder gute. Wobei die schlechten lehrreicher sind, da sie meist mit Schmerz verbunden sind. Und Schmerz will Mensch bekanntlich ja vermeiden.

“Hast Du das gesehen..?!”

Was sich seit dem Einbruch des allgegenwärtigen Internetzugangs ebenfalls massiv verändert resp. intensiviert hat, ist die Globalisierung. Plötzlich gab es die Möglichkeit, über diverse Medienkanäle mit verschiedenen Personengruppen aus aller Welt kommunizieren zu können. Der gegenseitige Austausch von Erfahrungen, Bildern, Ansichten und Meinungen über das World-Wide-Web war auf einmal für alle zugänglich.
Was auf der einen Seite ein Segen war und auch neue Berufsgruppen nach sich zog, entwickelte sich auf der anderen Seite zu einem Fluch. Ein Fluch hinsichtlich der unterschwelligen Beeinflussung der Denkart, in Bezug auf sich selbst wie auch auf andere.

“Heiliges Kanonenrohr! Wirklich??”

Mensch fing an, mehr Dinge zu hinterfragen – z.T. unwichtige Dinge -, andere zu beurteilen und zu werten, er hatte ja plötzlich die Möglichkeit dazu. Er konnte in Sachen einsehen, was früher nur für die Obersten oder über den Fernseher ersichtlich war und somit „unrealistisch“, halt nicht fassbar. Man sah nicht mehr nur nach links und rechts, sondern auf die ganze Welt.

Menschen und Situationen werden zu dieser Zeit öffentlich kritisiert, gelobt, gemobbt, gefeiert und jeder kann es sehen und erfahren innert kürzester Zeit.
Warum ist es für den Menschen so wichtig immer wissen zu müssen, was andere tun und lassen, wobei sie erfolgreich sind oder woran sie scheitern? Weshalb fühlt er sich durch Misserfolge anderer stärker? Sind wir wirklich auf solche Bestätigungen angewiesen, um wachsen zu können?

Bin ich gut genug?

Viele fühlen sich auch unter Druck gesetzt, durch das ständige Wissen was aktuell gut oder schlecht sein sollte. Genügt es so wie ich bin und aussehe? Muss ich werden wie sie oder er, um geschätzt und erfolgreich sein zu können?
Ideale werden von Medien kommuniziert und uns eingeprägt. Davon sollte man sich aber nicht beeinflussen lassen, denn wir sind wer wir sind und müssen unseren eigenen Weg finden und bestreiten.

Es kann ja nicht sein, dass es nur ein Richtig und Falsch gibt, wollen wir etwa alle gleich sein? Jeder Mensch hat andere Vorteile und die gilt es herauszufinden und zu fördern.

Erfolg ist…

…im Reinen mit sich selbst sein, seine (eigenen!) Ziele verfolgen und erreichen, gesund und glücklich sein sowie sein Glück wie auch seine Erfahrungen an seine Familie und Freunde weiterzugeben. Alles andere ist Zugabe. Eben Selbstverwirklichung. Ganz am Schluss, seht ihr das? Denn was bringt uns Erfolg, wenn wir es mit niemandem teilen können? Wenn es von niemandem geschätzt wird, der uns liebt?

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 17. Dezember 2014 um 12:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Alltag, Arbeitswelt, WorldWideWeb abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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