Früher war alles anders, viele meinen gar besser. Die Anforderungen am Arbeitsplatz sind gestiegen und Experten sind der Meinung, der Druck würde auch künftig noch wachsen. Als ich vor kurzer Zeit einen Dokumentarfilm über den Bau der Jungfraubahn gesehen habe, musste ich allerdings zwei mal hinhören.
Riesenprojekt unter härtesten Bedingungen
Dass der Bau einer Bahnstrecke in hochalpinem Gelände vor über 100 Jahren kein Kindergeburtstag war, liegt auf der Hand. Tonnen von Geröll und Gestein wurden mit einfachsten Hilfsmitteln abgetragen. Und dies unter widrigsten Bedingungen. Die Jungfrau ist schliesslich ein ernst zu nehmender “Gegner”. Doch die Auftraggeber wussten schon damals, wie sie ihre Arbeiter bei Laune halten können. Aus heutiger Sicht nahmen diese “Benefits” teils skurrile Formen an.
Gute Stimmung am Berg garantiert!
Die Spesen bzw. die Zückerchen, die den Arbeitern damals zur Motivation ausgeteilt wurden, sind aus heutiger Sicht nicht tragbar - weder auf einer Baustelle, noch an einem anderen Arbeitsplatz. So erhielten die meisten von ihnen jeden Tag zu ihrem Essen zwei Zigarren und zwei Liter (!!) Rotwein. Für gute Stimmung nach Feierabend war damit also auch gesorgt. Denkanstoss: Wie viele Menschen kennst du persönlich, die sich nach solch einer Menge Alkohol überhaupt noch auf den Beinen halten können?!
Wehe dem, der böses dabei denkt…
Es grenzt an ein Wunder, dass diese Bahn überhaupt irgendwann fertig gestellt werden konnte. Es zeigt aber auch, dass damals keine Mühen gescheut wurden, den Angestellten den Arbeitstag zu versüssen. Selbstverständlich wären solche Massnahmen heute undenkbar. Was wohl die SUVA dazu sagen würde? Und ob das nun zu den Themen gehört, die in die Kategorie “Früher war alles besser” passen, sei mal dahingestellt. Ich für meinen Teil ziehe meinen Hut vor diesen mutigen Männern…und zwar mit einem breiten Grinsen im Gesicht!
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