
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Die Jugendarbeitslosigkeit erhöhte sich im Januar 2010 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8′613 Personen (+40.3%). In absoluten Zahlen ausgedrückt waren Ende Januar sage und schreibe 29′979 Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren von Jugendarbeitslosigkeit betroffen. Quelle: Schweizerische Arbeitsmarktstatistik
Arbeitslosenquote bei 20- bis 24-Jährige besonders hoch
Während die Arbeitslosenzahlen der 15- bis 19-Jährigen im Vergleich zum Vormonat minimal zurückgingen, erhöhten sich die Zahlen bei den 20- bis 24-Jährigen um 428 auf 23′321. Die Arbeitslosenquote der letztgenannten Gruppe liegt mit 6.9 % deutlich über dem Durchschnitt aller Altersgruppen. Dieser betrug im Januar 2010 4,5%. Insgesamt waren somit in der Schweiz 175′765 Personen arbeitslos. Die Steigerung in den Wintermonaten sei mehrheitlich saisonal bedingt. Denn vor allem in der Baubranche fehlt es in der kalten Jahreszeit an Aufträgen.
Verschärfung des Arbeitslosengesetzes trifft junge Arbeitslose besonders hart
Wie bereits in einem früheren Blogartikel berichtet, haben National- und Ständerat das Arbeitslosengesetz in einigen Punkten verschärft. Diese betreffen junge Arbeitslose in besonders hohem Masse. Denn ihnen stehen in naher Zukunft deutlich weniger Arbeitslosengelder zur Verfügung. Denn die Tagessätze werden dramatisch gekürzt. Zudem sollen junge Arbeitslose nun auch Jobs annehmen, für die sie eigentlich überqualifiziert wären. Siehe früherer Blogartikel zum Thema Verschärfung des Schweizer Arbeitslosengesetzes.
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Hohe Jugendarbeitslosigkeit ist nie gut für ein Land. Was dies auslösen kann, war ganz offenkundig in Frankreich zu sehen. Die Jugend-Krawalle mit brennenden Autos sind uns aus den Medien leider noch in frischer Erinnerung. Der gefährliche Mix aus Gettoisierung, schlechter Bildung und Jugendarbeitslosigkeit führte in Frankreich in einen schier unüberwindbaren Teufelskreis und damit in einen Generationenkonflikt der unfassbaren Art.
Ein zweischneidiges Schwert
Die Schweiz verfügt jedoch über bessere Voraussetzungen, um junge Arbeitslose aufzufangen und ihnen neue berufliche Perspektiven zu geben. Auch die finanzielle Unterstützung war bisher im Vergleich mit der EU sehr gut, so dass die Arbeitslosigkeit nie mit Hoffnungslosigkeit einherging. Die beschlossene Verschärfung des Arbeitslosengesetzes ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Einerseits muss die Regierung etwas gegen das immer grösser werdende Loch in der Arbeitslosenkasse unternehmen, auf der anderen Seite trifft es nun aber vor allem die Jugend und das in einer Zeit, die nicht unbedingt von grossem Optimismus geprägt ist. Denn die Finanz- und Wirtschaftskrise ist noch nicht überwunden.
Verschiedene Projekte setzen sich für junge Arbeitslose ein
Junge Arbeitslose haben es nicht leicht. Doch viele soziale Einrichtungen bieten Hilfe an. Neben der Unterstützung durch die Regionale Arbeitsvermittlung gibt es unzählige Möglichkeiten, Brückenjahre und Weiterbildungskurse zu besuchen. Dies kann besonders für 15- bis 19-Jährige ein sinnvoller Weg sein, in ihre Bildung zu investieren. Dies steigert ihre Berufschancen erheblich. Nicht zuletzt bietet auch das Militär Möglichkeiten, eine gewisse Zeit als Durchdiener zu überbrücken. Und es gibt Organisationen wie http://www.impulsis.ch/, die Jugendlichen Starthilfe bieten für den Berufseinstieg. Sehr interessant sind auch die Pressemitteilungen zu Impulsis. Diese findest du hier.
« Schweizer Arbeitslosenzahlen im internationalen Vergleich – Ostendis Spezialfunktionen Teil I: Bewerbungen durch Freunde überprüfen lassen »
Noch keine Kommentare.
© ostendis.ch – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun, modifications by ostendis.ch)