
Unabhängig von der Branche und der Firmengrösse stehen drei Erfolgs-Komponenten immer in engem Zusammenhang: Zeit, Geld und Qualität. In kurzer Zeit viel Geld verdienen, das ist ohne qualitativ hochwertige Dienstleistungen oder ohne ein tolles Produkt undenkbar. Ein geniales Produkt, ohne Geld für die Werbung, ist leider auch nicht die sichere Bank. Wie immer man es dreht, die drei Komponenten wirken sich stark auf den Erfolg aus. Doch in welchem Verhältnis sollten die drei Elemente stehen? Welches Element ist zu welchem Zeitpunkt einer Entwicklungsphase eines Unternehmens das wichtigste?
Qualität ist grundsätzlich das wichtigste Element
Eine revolutionäre Erfindung eines Produkts oder einer Dienstleistung beweist es immer wieder: Qualität lockt Geld magisch an. Wer eine tolle Produkt-Idee oder Dienstleistungs-Idee besitzt, der findet meist sehr schnell geeignete Geldgeber. Die Grundlage für gute Ideen ist aber immer auch mit Know-how, mit dem Wissen, mit dem Talent des Erfinders verknüpft. Die Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung ist immer abhängig vom Ideengeber, von den Personen, welche die Idee am Ende umsetzen und von der Qualität des Materials, das dabei eingesetzt wird.
Tipp: Da die Qualität das Wichtigste ist bei einem Produkt oder bei einer Dienstleistung, muss sie immer wieder überprüft werden. Qualitätskontrolle ist deshalb enorm wichtig für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. - Aber sie kann variieren! Siehe Pareto-Prinzip.
Das Pareto-Prinzip
In unserer Welt ist Perfektionismus in den meisten Fällen nicht lohnenswert. Warum? - Weil wir laut Vilfredo Pareto bei vielen Aufgaben mit einem Mitteleinsatz von ca. 20% bis zu 80% der Probleme lösen können. Das bedeutet also für die Qualität eines Produktes, dass wir nach relativ kurzer Zeit bereits bei 80% der möglichen Qualität angelangt sind und für die restlichen 20% viel länger benötigen. Viele Produkte und Dienstleistungen erreichen vielleicht nie über 90% der möglichen Qualität und werden trotzdem gekauft oder verwendet. Ein Beispiel ist die Glühbirne. Es wäre technisch kein Problem, Glühbirnen von längerer Lebensdauer herzustellen… aber der Gewinn für den Hersteller wäre wohl nicht derart hoch.
Qualität schlägt sich meistens auch im Preis nieder und schliesslich können sich viele Konsumenten teure Produkte schlicht nicht leisten. Somit geben sie sich auch mit weniger zufrieden - oder müssen es zwangsläufig.
Bestünde eine Stadt beispielsweise nur aus teuren Luxuswohnungen, dann müssten viele Menschen unter der Brücke schlafen. Oder gäbe es nur Autos der Marken Lamburghini, Rollce Royce und Mercedes, dann wären die Strassen eher leer. Fazit: viele Produkte gehören in die Kategorie “Hauptsache es funktioniert”. Eher wenige Produkte gehören in die Kategorie “Luxusware”.
Tipps für Unternehmer: Um ein Produkt optimal im Markt zu positionieren muss es eine Mindestqualität vorweisen können. Je nachdem ob es ein Massenprodukt oder ein Luxusprodukt sein soll, muss der Hersteller etwas weniger oder viel mehr in die Qualität investieren. Ein Unternehmer sollte sich deshalb immer bewusst sein, welche Zielgruppe sein Produkt erreicht und welche es nicht erreicht.
Die Zeit - ein vielschichtiges Element
Zeit ist nicht nur wichtig bezüglich der Menge, es ist ganz besonders wichtig, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Die Formel, die so einfach klingt, aber so schwierig umzusetzen lautet: zur richtigen Zeit das richtige tun. Dazu braucht es den richtigen Riecher und Glück! Manchmal hilft aber auch Wissen und Erkenntnisse von Personen, die im richtigen Augenblick das richtige taten. Sehr viel hängt immer auch von der allgemeinen Wirtschaftslage ab. Wird sich ein Produkt oder einer Dienstleistung auch in Krisenzeiten halten? Wann ist die Sättigung der Käufer erreicht? Und wann braucht es kleine Neuerungen am Produkt?

Das Gossensche Gesetz - oder die Frage nach der Übersättigung der Konsumenten
Hermann Heinrich Gossen (1810-1858) hat in seinem Werk “Entwickelung der Gesetze des menschlichen Verkehrs und der daraus fliessenden Regeln für menschliches Handeln” Regeln aufgestellt, die später als die Gossensche Gesetze oder “Gesetzmässigkeiten der Bedürfnisbefriedigung” bezeichnet wurden. Der genaue Wortlaut des ersten Gossenschen Gesetzes lautet: “Die Grösse eines und desselben Genusses nimmt, wenn wir mit Bereitung des Genusses ununterbrochen fortfahren, fortwährend ab, bis Sättigung eintritt.” Dies leuchtet uns unmittelbar ein, wenn wir ans Essen oder ans Trinken denken. Aber auch beim Kauf und beim anschliessenden Verwenden von Produkten oder Dienstleistungen kann die Freude oder der Genuss mit der Zeit abnehmen. Deshalb ist es für eine Firma wichtig, dass sie ihre Produkte erneuert oder gar ein neues Produkt entwickelt, das den Kaufreiz wieder neu auslöst. Denn alles Neue reizt hundert mal mehr als das Alte. Auch bei diesen Überlegungen spielt die Zeit eine massgebende Rolle.
Die Tradition - ein Hauch der Ewigkeit
Doch nicht nur das Neue hat grossen Erfolg bei den Konsumenten - sondern auch die Produkte mit einer langen Tradition. Viele Produkte schreiben deshalb ihr Entstehungsjahr auf ihre Produkt-Etikette. Ein Beispiel ist das Heinz Ketchup dort steht tatsächlich “seit 1869″ geschrieben! Was so lange schon besteht - muss gut sein! Tradition verpflichtet auch und so kann ein Produkt, das es schon so lange gibt nicht von einem auf den anderen Tag schlechter werden.
Das Geld (Kapital) - das Mittel zum Zweck
Wer viel Geld besitzt und es nie ausgibt und nie investiert verpasst so manche Gelegenheit, die Kraft des Geldes zu nutzen. Beim Ausgeben und Investieren droht jedoch das Ungemach, das Geld aus dem Fenster zu werfen oder mit einer unklugen Investition alles zu verlieren. Wer jedoch alle Komponenten des Erfolges möglichst gut versucht abzuschätzen, der wird sein Geld nicht aus dem Fenster werfen, wenn er es investiert. Jeder Firmenchef weiss jedoch, welch komplexe Gedankengänge es erfordert, das Geld am richtigen Ort einzusetzen. Soll er es in die Qualität des Produktes stecken? Und wo genau? Ins Material oder in aufwendige Tests? Soll er das Produkt sofort auf den Markt bringen oder zuerst von Fachleuten beurteilen lassen? Soll er sein Geld statt ins Material ins Know-how seiner Mitarbeiter stecken und sie an Weiterbildungskurse schicken? Oder steckt er das Geld am besten in die Werbung?

Zeit ist Geld und Geld ist Zeit!?
Dass Zeit Geld ist, ist ein altes Sprichwort. Aber ist Geld auch Zeit? So zusagen eingefrorene Zeit? Aus einem bestimmten Blickwinkel kann die Frage mit ja beantwortet werden. Wenn es jemandem gelingt, sein Geld so zu investieren, dass das Produkt oder die Dienstleistung schnell verbessert wird und schnell bekannt wird, dann kann er Geld in Zeit und Zeit anschliessend wieder in Geld verwandeln. Das ist das grosse Ziel jedes Investoren. Doch nochmals auf den Punkt gebracht: Die Qualität des Produktes oder der Dienstleistung ist am Ende für den nachhaltigen Erfolg entscheidend!
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