
Vitamin Beziehung spielt bei der Vergabe einer Stelle nicht selten das Zünglein an der Waage! Oft kriegt sie derjenige, der dem Unternehmen bereits bekannt ist und über gute Beziehungen verfügt. Natürlich sollte auch dieser Kandidat das fachliche Rüstzeug besitzen, um die Aufgaben, die auf ihn zukommen, zufriedenstellend zu erfüllen. Alles andere wäre den anderen Bewerbern gegenüber nicht fair!
Tipp: Jeder, der sich nach einer Stelle umsieht, sollte seine Beziehungen bestmöglich nutzen und pflegen. Worauf ist dabei zu achten?
Netzwerke aufbauen!
Das natürlichste soziale Netzwerk ist die Familie und die Verwandtschaft. Dieses Netzwerk ist ideal, um weitere Kontakte zu knüpfen. Ein weiteres Netzwerk ist der Freundeskreis oder auch die ehemaligen Schulkameraden und Studienkollegen. Auch hier können sich weitere Kontakte ergeben. Selbst Jahre nach der Schulzeit! Facebook, Twitter und Xing stellen moderne Wege dar, um sich ein Netzwerk aufzubauen (sei es privat oder geschäftlich).
Doch bei allen Netzwerken gilt: Nur bei positiven Beziehungen entwickelt sich ein Vitamin-B-Bonus. Negativ belastete Beziehungen wirken sich gegenteilig aus. Und! Netzwerke und Beziehungen aufbauen nützt auf die Dauer nichts, wenn du sie nicht pflegst!


Vitamin B - Überdosis
Vitamin Beziehung haftet jedoch meist ein leicht negativer Beigeschmack an. Dieser kommt nicht von ungefähr, denn viele soziale Strukturen funktionieren auf Grund von Sippen-Wirtschaft. Das Zeitalter des Hochadels und vor allem die Zeit des Absolutismus in Frankreich stellt eines der besten, aber auch eines der zweifelhaftesten Beispiele für eine Überdosis an Vitamin B innerhalb einer Gesellschaft dar. Denn die Königskrone wurde jeweils innerhalb der Familie an den direkten Nachkommen weitergegeben, ohne dass dieser einen Beweis für seine Fähigkeiten erbringen musste, ein Land vernünftig zu regieren. Natürlich genoss ein zukünftiger König eine gewisse Ausbildung. Doch im Falle der absolutistischen Könige Frankreichs fehlte wohl jeder soziale Gedanke innerhalb ihrer Erziehung. Ihre Art zu regieren führte schliesslich direkt zur Französischen Revolution. Familien-Clans, mafiöse Strukturen oder Geheimbünde sind weitere Beispiele für eine Überdosis an Vitamin B.
In einer fairen Welt der Bewerbung wäre dies undenkbar: Ein Bewerber oder eine Bewerberin, der/die bloss auf Grund von Verwandtschaft oder wegen Beziehungen einen Job erhält, ohne den “Beweis” zu erbringen, dass er/sie für die Stelle geeignet ist.

Das Harvard-Stanford-Modell
Aber auch heute gibt es noch immer Beispiele, die zeigen, wie stark Beziehungen den Aufstieg eines Individuums fördern können. Doch diese Beziehungen basieren in vielen Fällen auf Leistung und auf dem Beweis, dass derjenige wirklich etwas auf dem Kasten hat, der für eine wichtige Stelle in Frage kommt.
Wer in den Vereinigten Staaten seinen Uni-Abschluss in Harvard oder in Stanford erlangt, der hat - etwas überspitzt formuliert - bereits ausgesorgt. Die Ausbildungskosten sind zwar enorm hoch, doch dies zahlt sich langfristig doppelt und dreifach aus. - Warum? Die Absolventen gehören zu einer ausgesuchten und gut organisierten Elite. Die früheren Absolventen, die bereits wichtige Stellungen in Firmen oder Unternehmen eingenommen haben, halten die Augen offen für Leute mit Hochschulabschluss. So werden die wirklich guten Jobs quasi unter der Hand vergeben, ohne dass diese je in einem Inserat ausgeschrieben wurden.
Im Vergleich zur “Nachfolge” in den Zeiten des Hochadels müssen die Absolventen einer Elite-Uni eine harte Ausbildung hinter sich bringen und viel Geld und Zeit in ihre Bildung investieren. Somit bringen sie viel Fachkompetenz und Know-how mit, das in wichtigen und grossen Unternehmen enorm geschätzt wird.

Die Pflege der Beziehungen
Das Harvard-Stanford-Modell zeigt es: Um eine Stelle zu erhalten, sind verschiedene Dinge wichtig. Ausbildung, Berufserfahrung und Know-how ist das eine, gute Beziehungen das andere. Doch nicht jeder verfügt über ein so ideales Netzwerk eines Harvard-Absolventen. Die meisten müssen viel mehr dafür tun, ein gutes Beziehungsnetz aufzubauen und zu pflegen. Worauf kommt es dabei an? Nachfolgend die wichtigsten Elemente guter Beziehungen:
Soziale Beziehungen brauchen ihre Entwicklungszeit. Ob jemand zuverlässig, kompetent und hilfsbereit ist, zeigt sich nicht auf Anhieb. Der wirkliche Charakter und die wirklichen Fähigkeiten und Talente einer Person kommen erst mit der Zeit zum Vorschein. Die meisten flüchtigen Beziehungen basiereh auf Eindrücken und Hypothesen. Deshalb gilt: Je besser es dir gelingt, bei jemandem gute und positive Eindrücke zu hinterlassen, desto grösser sind die Chancen, dass er dich später weiterempfiehlt oder selber in einer Firma einstellt. Noch besser ist es natürlich, dass du nicht nur den Eindruck erweckst, dass du kompetent bist, sondern dass du es auch tatsächlich bist.
Tipps für Stellensuchende
1. Wer auf Jobsuche ist und sich bisher nur im Internet und in Zeitungen umgesehen hat, der sollte unbedingt auch auf die “Karte Beziehung” setzen. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen ein Arbeitsloser seine Arbeitslosigkeit verbergen musste. Erzähle deinen Verwandten und Bekannten ruhig von deiner momentanen Suche nach einer neuen Stelle. Vielleicht ergibt sich da etwas.
2. Erinnere dich an ehemalige Schulkameraden oder Freunde aus der Studienzeit. Nutze auch deine Kontakte zu jetzigen oder ehemaligen Mitgliedern deines Vereins (falls du Mitglied eines Vereines bist). Falls du keinen Kontakt mehr hast, kannst du im Facebook nach ihnen suchen.
3. Eine weitere Möglichkeit ist der Aufbau und die Pflege eines Business-Netzwerks via Xing. Hinterlege dort ein Profil deiner Person mit all deinen Fähigkeiten und beruflichen Zielen. Vielleicht möchtest du dich auch selbstständig machen und eine eigene Firma gründen. Auch dann können dir gute Beziehungen innerhalb deiner Branche von grossem Nutzen sein.
4. Pflege deine Beziehungen, ohne dass du dich jemandem aufdrängst!
5. Falls du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen bist, dann bedanke dich dafür und nimm bereits vor dem Termin persönlichen Kontakt auf. Eventuell hast du noch ein paar wichtige Fragen, die du zum Aufgabenbereich deines zukünftigen Jobs stellen möchtest. Diese persönliche Kontaktaufnahme ist bereits der erste Schritt für eine gute Beziehung zum Personalchef oder zu den Mitarbeitern.

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