
Hier sind kurz und bündig die grössten Irrtümer zum Thema Bewerbung und Karriere aufgelistet. Nimm dir ein paar Minuten Zeit, diese zu lesen und vor allem, sie einzuhalten.
Irrtum Nr. 1: Je mehr Bewerbungen man verschickt, umso höher sind die Erfolgschancen
Versende nicht hundert Massenbewerbungen, sondern gehe individuell auf die Eigenarten der Firma und der Branche ein. Erkenne die Bedürfnisse der Firma und präsentiere dich selbst als Problemlöser. Immer gut ist, wenn ein Bewerber mit der Firma telefoniert. Sammle wichtige Informationen und verfasse für jede Bewerbung ein angepasstes Anschreiben und einen Lebenslauf mit individuellen Elementen.
Eine Topbewerbung ist ein massgeschnittener Aschenputtel-Schuh: Sie darf nur an den Fuss dieser Firma passen!
Irrtum Nr. 2: Am besten nennt man seine Gehaltsvorstellung gleich im AnschreibenSchreibst du zum Beispiel im Anschreiben: “Ich erwarte ein Jahresgehalt von 50′000 bis 60′000 Franken”, so verrät das dem Unternehmen zweierlei.
Pfiffige Bewerber antworten im Jargon der ausschreibenden Firmen. Die Firma selbst schreibt ja auch nicht “Die ausgeschriebene Stelle ist mit 55′000 Fr. dotiert.”
Schreib z.B. “Ich stelle mir ein Gehalt vor, das meiner Qualifikation und der Verantwortung der Position entspricht.”
Ein weiterer Vorteil dieser Methode liegt klar auf der Hand. Solltest du zu hohe Lohnforderungen haben, wirfst du dich selbst aus dem Rennen. Beim Vorstellungsgespräch kommt der Verdienst sicher zur Sprache.
Sei bei der “Verhandlung” nicht allzu päpstlich - und lege im Zweifel eine kleine Schaufel oben drauf
Irrtum Nr. 3: E-Mails dürfen formlos und unpersönlich sein
E-Mails vermitteln unübertroffen schnell eine Botschaft. Denke daran, Unhöflichkeit bleibt Unhöflichkeit und Fehler bleibt ganz einfach Fehler. Schreibe den Bewerbungsempfänger persönlich an und vermittle einen seriösen Eindruck. Halte dich an die deutsche Rechtschreibung und verwende keine Emoticons (Smileys). Der Bewerbungsempfänger macht sich innert Sekunden einen ersten, enorm wichtigen Eindruck. Den E-Mail-Text liest der Empfänger als erstes…
Die E-Mail-Flut reisst ein, was Briefschreiber über Jahrhunderte aufgebaut haben: die einfachsten Regeln der Höflichkeit. Gruss-, adress- und völlig formlos, so kommen Geschäftsmails daher. Die Anrede - wozu? Die Grossschreibung: gespart! Die Rechtschreibung: Kraut und Rüben! Was ein ausformulierter Bewerbungsbrief geworden wäre, behelligt den Empfänger als E-Mail-Sendung im Embryonenstadium des Entwurfs.
Irrtum Nr. 4: Immer und überall erreichbar: Ein Zeichen für hohes Engagement
“Wenn der Chef mich anruft, stehe ich innerhalb von dreissig Sekunden bei ihm auf der Matte. Er weiss dann sofort, wie engagiert ich bin.”
Mit dieser Einstellung liegst du nicht völlig daneben. Aber es lassen sich auch noch andere Schlüsse daraus ziehen. Er denkt sich vielleicht: “Der hat wohl nicht viel zu tun, womöglich wartet er den ganzen Tag auf Kommandos vom mir (Chef)”, wie ein Hund auf das pfeifen seines Herrchens wartet.
“Kann ich meinen Chef warten lassen?” Ja du kannst. Kann es nicht sein, dass du mal eine wichtige Sitzung hast? Oder einen dringenden Vorgang bearbeitest? Oder mit einem wichtigen Kunden sprichst? Leistungsträger sind oft beschäftigt.
Der Chef erkennt, wie wichtig Sie für die Firma eigentlich sind!
Irrtum Nr. 5: Will man sich ständig fortbilden, ist man ein gern gesehener Mitarbeiter
Der fortbildungswillige Mitarbeiter, der auf die Vorsorge wert legt, wird in Firmenbroschüren bejubelt, aber im Alltag nicht selten ausbremst.
Ist es nicht ein super Geschäft, einen solchen Mitarbeiter und sein Wissen in die Firma zu holen? Nur dann, wenn er sich nicht noch mehr weiterbilden will. Es sei denn, du kannst den Chef überzeugen, dass die Fortbildung mindestens das Doppelte dessen einbringt, was sie kostet.
Der Bewerber war so oft auf Fortbildung, dass seine Qualifikation nur eine winzige Frage offen lässt: Wann hat der Kerl eigentlich gearbeitet?
Irrtum Nr. 6: Der autoritäre Führungsstil hat endgültig ausgedient
Neuerdings wird Bewerbern empfohlen: “Fragen Sie im Vorstellungsgespräch, welcher Führungsstil gepflegt wird.”
Nach aussen wird von praktisch jeder Firma kommuniziert, sie hätte einen demokratischen Führungsstiel. Doch unter dem demokratischen Deckmantel verbergen sich oft die Ellbogen autoritärer Führung. Zwar dürfen die Mitarbeiter den Speiseplan in der Kantine und den Bildschirmschoner ihres Computer bestimmen - aber keiner fragt sie, wenn wesentliche Entscheidungen anstehen, etwa ein Umzug, eine Fusion, eine Änderung der Geschäftsstrategie. Jeder Journalist auf der Pressekonferenz erfährt mehr über die Geschäftszahlen und die Zukunftspläne des Unternehmens.
Demokratischer Führungsstil pflanzt sich nach unten fort - autoritärer leider auch!
Irrtum Nr. 7: Manager haben einen sicheren Job
Was haben Militärpiloten und Topmanager gemeinsam? Den Schleudersitz! CEO´s sind nicht nur Meister im Entlassen sondern auch im Entlassen werden! Im Jahr 2006 räumte weltweit fast jeder siebte CEO seinen Sessel, in Europa sogar jeder sechste - eine Hälfte “unfreiwillig”, die anderen im gegenseitigen Einvernehmen (also doch unfreiwillig, siehe Einvernehmen). Die Quote der Abgänge ist seit 1995 um siebzig Prozent gestiegen - offenbar nimmt der Druck zu, die Chef-Piloten geraten immer öfter in Turbulenzen.
Woran scheitern die Top-Manager? Jeder Dritte an dem, was er lauthals von seinen Mitarbeitern verlangt hat: an (seiner) Leistung. Andere kommen bei Fusionen unter die Räder, wieder andere laufen ins Messer einer Intrige. Und sicher gibt es auch einige, die nichts gegen ihren Abgang haben: Denn während die Militärpiloten hart aufschlagen, fallen etliche Manager in ein weiches Abfindungs-Netz, das sie ein Leben lang trägt.
Nun können sie sich mit interessanten Problemen beschäftigen. Etwa ihrem Handicap beim Golfen.
Und zum Schluss noch ein Zitat von Albert Einstein:
“Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.”
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